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TDF: Am Ruhetag die Seele baumeln lassen

Tooony Maaartin!!! Als ich heute aus dem Hotel kam, wurde ich von ein paar Franzosen empfangen, die mit einer Deutschlandfahne bewaffnet waren und meinen Namen wie im Fußballstadion gegrölt haben. Die Jungs haben echt Stimmung gemacht. Ich fand es bemerkenswert, dass Franzosen einen Deutschen bejubeln. Normalerweise haben die nur Augen für ihre Landsleute, zumal Voeckler auch noch in Gelb ist. Ich habe dann noch auf der Fahne unterschrieben und bin mit meinen Teamkollegen anderthalb Stunden locker gerollt. Eine Kaffeepause war auch dabei.

Ein Ruhetag ist nicht nur gut für die Muskulatur, die ich schon leicht gespürt hatte, sondern vor allem auch für den Kopf. Man kann nach den hektischen Etappen einfach mal die Seele baumeln lassen, Frühstücken wann man will und auch mal wieder auf den Geschmack und nicht nur die Menge an Kohlenhydraten achten. Bei so einer Rundfahrt wird auch das Essen zur Arbeit. Abends riesige Portionen Nudeln, morgens Müsli bis die Backen platzen.

Ein Mittagsschläfchen habe ich mir gegönnt und selbst der Pressetermin war sehr angenehm. Das Medieninteresse ist groß. Obwohl keine offizielle PK vom Team sondern nur eine mit mir einberufen wurde, waren etwa zehn deutsche Reporter da. Dominiert hat das Thema Stürze und der dezimierte Favoritenkreis. Es ging also um richtige Sportthemen und gar nicht so sehr um Doping. Was die Stürze angeht, nehme ich gegenüber der Organisation und der Presse kein Blatt mehr vor den Mund. Es geht immerhin um unsere Gesundheit und unser Leben.

Das Ziel bleibt für mich weiterhin ein Platz unter den besten Zehn. Als Sechster habe ich eine gute Ausgangsposition und bin zuversichtlich für die nächsten Tage.

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