Freitag, den 15. Juli 2011 um 20:58 Uhr
Am schönsten ist es doch bei Mama. - Nach den Strapazen des heutigen Tages hat mich meine Mutter Bettina und ihr Lebenspartner Klaus ganz herzlich im Ziel empfangen. Total euphorisiert haben sie mich in die Arme geschlossen. Das hat nach der Klatsche gestern ziemlich gut getan. Die beiden werden mich jetzt noch bis in die Alpen begleiten. Sie waren vor einer Woche schon da, sind zwischenzeitlich am Atlantik gewesen und sind nun mit ihrem Wohnmobil an der Strecke und mischen sich unter die Fans. Ein großes Transparent haben sie auch dabei. Es ist schon toll, wenn einem die Familie zujubelt.
Die Etappe heute begann sehr hektisch. Die Strecke war profiliert und eine Attacke jagte die nächste. Zwischenzeitlich waren wir nur noch etwa 40 bis 50 Mann mit allen Favoriten, die zum Teil isoliert von ihren Helfern waren. Ich habe auch probiert, auszureißen, war eins, zwei Mal unterwegs, hatte letztlich aber nicht das Glück, in die entscheidende Gruppe zu kommen. Ansonsten habe ich jetzt klassische Helferaufgaben zu erfüllen. Einerseits sollte ich auf Gilbert aufpassen, dass ihm nicht so ein Ritt gelingt wie Hushovd heute. Dann hätte er nämlich Cav das Grüne Trikot wieder abgenommen. Und andererseits bleibe ich am Berg an der Seite von Peter Velits, der einen guten Eindruck macht und in Schlagdistanz zu den Top Ten liegt.
Dass es heute besser als gestern ging, kann ich nicht unbedingt sagen. Berghoch war es ein Ekeltempo, aber eben nicht Anschlag. Ich denke, morgen geht es zur Sache. Da werde ich sehen, was die Beine machen.