Samstag, den 16. Juli 2011 um 19:44 Uhr
Nach dem Rennen schwitzen andere. Wenn ich auf der Pritsche liege, beginnt für meinen Masseur die Schwerstarbeit. Während ich entspanne, rinnen ihm die Schweißperlen über die Stirn. Gerade nach einer so schweren Bergetappe wie heute, ist es wichtig, die Muskeln lockern und ausstreichen zu lassen, damit der Stoffwechsel angeregt wird und die Säuren aus dem Gewebe weichen können. Aber wenn sich mein Masseur an die Dehnung macht, mich verbiegt wie einen indischen Yogameister und er mit seinen 120 Kilogramm auf mir liegt, dann muss ich ganz schön nach Luft schnappen.
Im Schlussanstieg hoch nach Plateau de Beille bin ich irgendwann meinen Rhythmus gefahren und habe Peter fahren lassen. Meine Aufgaben, ihn aus dem Wind halten oder Wasser holen, waren erfüllt. Leider sind wir in diesem Jahr wieder im gleichen Hotel wie letztes Jahr, obwohl die Bezeichnung "Hotel" eher geschmeichelt ist. Das was wir hier vorfinden läuft eher unter Absteige. Zum Glück ist immer unser eigener Koch dabei. Das wär's, wenn auch noch das Essen nicht gut wäre.