Freitag, den 22. Juli 2011 um 20:26 Uhr
Diese Euphorie der Massen, die schrillen Kostüme der Fans, die Anfeuerungen - heute bin ich zum ersten Mal Alpe d'Huez hoch und es war der Wahnisnn. Bei dieser Riesenparty vergisst man zwischenzeitlich die Schmerzen in den Beinen. Aber leider zwickt mein Rücken auch immer mehr. In den Pyrenäen hatte es schon leicht angefangen und jetzt muss ich immer mal wieder aus dem Sattel gehen, mich dehnen, in dem ich die Hüfte nach vorne schiebe und meine Beine wiederbeleben, die wie taub sind. Nach der Tour werde ich etwas Luft dranlassen und hoffen, dass es wieder weg geht.
Für morgen sehe ich allerdings nicht unbedingt schwarz. Die Chancen, dass es gut läuft, stehen fifty fifty. Auf dem Zeitfahrrad hat man ja eine komplett andere Position. Vielleicht merke ich da überhaupt nichts. Über eine gute Platzierung würde ich mich als versöhnlichen Abschluss der Tour freuen.
Heute war es für alle ein harter Tag. Alle blicken nach Paris und können das Ziel auf dem Champs Elysees kaum erwarten. Dort wollen wir natürlich mit Cav wieder zuschlagen. Der war heute übrigens gut drauf. Er hatte zu keiner Zeit Probleme, den Anschluss zu halten. Wir sind wieder in einem großen Grupetto reingekommen. Dass die Karenzzeit erneut abgelaufen war, störte aber aufgrund der Größe der Gruppe niemanden.