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Eine extrem gefährliche Etappe
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Die Windkante und eine Attacke von Sagan und Froome im Finale haben uns heute leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es ist nicht wie geplant zu einem Sprint gekommen. Uns und anderen Teams ist es am Ende nicht gelungen, die vier Ausreißer noch einzuholen. Aber wir probieren es weiter.

Leider war das Rennen aber wieder vor allem aus der Sicherheitsperspektive von uns Fahrern grenzwertig. Zusätzlich zur normalen Hektik bei der Tour, bei der jede Etappe hart wie eine WM umkämpft ist, kam neben dem Kantenwind, der viel Nervosität ins Feld bringt, eine Streckenführung mit engen Ortsdurchfahrten, die von vielen Fahrern heute kritisiert worden ist. Es war sehr gefährlich, was auch die vielen Stürze zeigen. Leider hat sich auch nichts an der Gefahr geändert, die von Begleitfahrzeugen ausgeht. Selbst wenn mehrere Mannschaften ihre Züge nebeneinander aufbauen und die Straße eigentlich dicht ist, drängeln sich noch die Motorräder durch. Kritisch wird es vor allem, wenn die Polizei-Motorräder, die mit ihren Koffern hinten links und rechts noch breiter sind, an uns vorbei wollen.

Bei uns Radsportlern habe ich nach den schlimmen Unfällen ein Umdenken festgestellt. Wir machen aus Angst schon Platz, wenn wir ein Fahrzeug hören. Wir wollen das Risiko nicht mehr eingehen. Aber bei der Organisation kann ich keine Änderung feststellen. Deshalb melde ich mich wie auch andere (http://www.cyclingnews.com/news/quintana-and-movistar-blast-tour-de-france-organisers-for-dangerous-stage-11/) heute dazu noch einmal zu Wort.

Fakt ist: Wir gehen als Radprofis naturgemäß ein hohes Risiko in unserem Sport ein. Es kann viel passieren auf Abfahrten, bei engen Positionskämpfen oder durch Materialschäden. Allerdings sollten externe Risiken, die unsere Sicherheit gefährden, auf ein Minimum begrenzt werden. Den Willen, erste gute Ansätze dauerhaft umzusetzen und uns als Protagonisten dieses Geschäfts zu schützen, kann ich aber derzeit nicht feststellen.

Foto: roth-foto.de

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